Die harmonische Ganzheitlichkeit der klassizistischen Architektur des Ungarischen Nationalmuseums, mit dem Museumsgarten als Insel der Ruhe in der Stadt, mit den typischen Raumfolgen im Gebäude sowie mit dem Proportionsgefüge der Prunkräume und Fassaden ist zu bewahren und mit wenigen modernen Elementen behutsam zu erneuern. Mit der Weiterentwicklung bestehender baulicher Strukturen erfolgt zugleich eine sensible Neuordnung und Umnutzung von Teilbereichen. Durch die Aktivierung von Flächenreserven, Bereinigung der baulichen Strukturen, Schaffung von neuen Raumzusammenhängen lassen sich neue Qualitäten mit angemessenem Aufwand herbeiführen. Dabei ist es Grundhaltung und Ziel der Verfasser, diese Veränderungen so vorzunehmen, daß sich die gestalterische Kraft der Neuwerte aus dem Denkmalwert heraus ableitet, und nicht nur den erforderlichen funktionellen und technischen Fortschritt für das Museum sicherstellt, sondern die vorhandenen architektonischen Qualitäten fortführt. Dadurch akzentuiert unsere Zeit eigenständige ästhetische Merkmale. Der monumentale Haupteingang am Museumsring bleibt der repräsentative Zugang zum Museum. Die tradierte Raumfolge Vorplatz – Treppenaufgang – Säulenreihe – Eingangstor – Vorhalle – Kuppelhalle – Treppenhalle – Kuppelsaal – Festsaal ist Nukleus der baulich-räumlichen wie der museologischen Konzeption. Das klassizistisch gegliederte Gebäude erlaubt es jedoch, parallel zur historischen eine neue Raumfolge zu aktivieren, eine neue „Museumspromenade“, die den Museumsgarten und das Gebäude mit den überdachten Höfen ebenerdig miteinander verknüpft. Die beiden Höfe erhalten unter Beibehaltung der historischen Fassaden als aktiv erlebbare Räume mit angemessenen Funktionen im Gebäudeensemble eine neue Disposition. Beide Höfe werden lichtdurchlässig überdacht und thermisch konditioniert. Der Museumsgarten ist als historische „Fassung“ des Museums gleichsam sein Passepartout. Aufweitungen und repräsentativ ausgelegte Bereiche innerhalb der durchgehend betretbaren Freiflächen leiten auch zu den neuen Zugängen zum Gebäude auf der Nord- und der Südseite.
Ort
Budapest
Planungsbeginn
2010
Fertigstellung
2010
Auftraggeber
Ungarisches Nationalmuseum
Baukosten
17.000.000 EUR

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