Der seit 1711 am Erfurter Anger stehende barocke Gebäudekomplex wurde dort ab 1705 als Kurmainzisches Waage- und Kaufhaus errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts begann die schrittweise Umnutzung zum bürgerlichen Kunstmuseum, ohne dabei die spezifischen baulichen, technischen und logistischen Anforderungsprofile eines Museumsbetriebs berücksichtigen zu können. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts rudimentär vorgenommene Umbaumaßnahmen konnten dieses Defizit nicht grundsätzlich beheben. Sie dienten lediglich in Teilbereichen der Annäherung an jeweils zeitgemäße kunsthistorische Präsentations- und Arbeitsbedingungen. Die 2005 bis 2007 durchgeführte grundhafte baulich-museale Neugestaltung des an einem der wichtigsten Plätze Erfurts gelegenen Angermuseums belebt den öffentlichen Raum und bietet angemessene (Re)Präsentationsmöglichkeiten für die städtischen Sammlungen sowie attraktive Wechselausstellungen. Neben der grundlegenden Sanierung hinsichtlich statisch-konstruktiver, brandschutztechnischer, bauphysikalischer und haustechnischer Ertüchtigung bestand die Aufgabe zur Lösung an, Alt und Neu behutsam zu verflechten, zeitgenössisch attraktive Räume sowohl für die ständigen Sammlungen als auch die Wechselausstellungen würdig zu gestalten und insgesamt ein Museum für Besucher und Mitarbeiter zu schaffen, das modernen Anforderungen gerecht wird. Dies verlangte eine konsequente Neuordnung im Rahmen des denkmalpflegerisch zu behandelnden Bestandes unter Vernachlässigung bisheriger Sammlungsstandorte, Raumnutzungen und Gewohnheiten, jedoch unter Wahrung und Fortführung der barocken Grundstrukturen und Gestaltungsprinzipien. Die Schaffung architektonischer Neuwerte folgt funktioneller Notwendigkeiten ebenso wie einem übergeordneten Qualitätsanspruch für eine sinnliche Raumerfahrung und hohe Erlebnisqualität. Mit der Realisierung der Konzeption zur baulich-musealen Neugestaltung des Angermuseums wird dem Bauwerk wieder zu ursprünglicher Stärke verholfen und ein optimistischer Charakter erzeugt. Für die Erhöhung der musealen Qualität ist damit eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, die es in der Ausstellungsgestaltung aufzugreifen und fortzusetzen gilt.
Ort
Erfurt
Planungsbeginn
2005
Fertigstellung
2008
Auftraggeber
Stadt Erfurt
Baukosten
9.500.000 EUR

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